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Aktuelles: Notfall-Rettungsaktion im Kosovo

© VIER PFOTEN / Mihai Vasile

VIER PFOTEN bringt innerhalb von 24 Stunden acht Restaurant-Bären in Sicherheit

Ein Notfall-Rettungsteam von VIER PFOTEN hat am 1. Juni 2013 im Kosovo die letzten in Gefangenschaft gehaltenen Restaurant-Bären mit der Unterstützung des kosovarischen Umweltministeriums und der KFOR unter Polizeischutz befreit und in den BÄRENWALD Prishtina gebracht.

Gefahr in Verzug: Das Team musste schnell handeln

Ein dramatisches Ereignis zwang uns, extrem schnell zu handeln: Während das Umweltministerium gemeinsam mit dem VIER PFOTEN Team am Mittwoch (22. Mai) in einem Mini-Zoo neben einem Restaurant in Prizren zwei Bären beschlagnahmte und sie zum BÄRENWALD brachte, wurden die beiden Restaurant-Bären Rambo und Luta, die neben einem Supermarkt in Mitrovica ein trauriges Dasein führten, von skrupellosen Tierhändlern getötet. Ihr Besitzer hatte sie eine Woche zuvor an die Tierhändler für 500 Euro verkauft.

„Wir gehen davon aus, dass der Besitzer von Rambo und Luta die beiden an die Tierhändler verkauft hat, weil er wusste, dass sie in Kürze beschlagnahmt worden wären“, sagt Heli Dungler, Gründer und Präsident von VIER PFOTEN. „Dieses grauenhafte Ereignis zwang uns dazu, blitzschnell zu handeln. Denn wir waren in großer Sorge um das Leben der übrigen acht Restaurant-Bären. Obwohl die Bauarbeiten im BÄRENWALD noch nicht abgeschlossen sind, haben wir alle acht Bären nun in unsere Obhut genommen.“

© VIER PFOTEN / Mihai Vasile

Dramatische Rettung

Das VIER PFOTEN Rettungsteam und das Umweltministerium beschlagnahmten am Freitag (31. Mai) die beiden siebenjährigen Bärenmännchen Arusha und Balusha aus einem dunklen Betonkäfig neben dem Hotel-Restaurant Gryka im Rugova Tal bei Peja im Westen des Kosovo. Vor allem der kleinere Bär Balusha ist in extrem schlechtem Zustand. Durch Kämpfe mit dem Artgenossen hat er ein Auge verloren, auf dem anderen Auge ist er fast blind.

Gleich im Anschluss befreiten wir eine 15 Monate junge, für ihr Alter viel zu kleine und unterentwickelte Bärin aus einem winzigen Verschlag neben dem Restaurant Anika in Peja. Die Tierärzte mussten sie deshalb zunächst an den Tropf hängen, bevor sie die etwa einstündige Reise in der Tierambulanz zum BÄRENWALD antreten konnte.

Am Samstagmorgen befreite unser Team fünf bisher namenlose Bären des Restaurants TeAriu in Prishtina.

Alle Bären sind wohlauf

„Wir sind sehr erleichtert, dass wir diesen acht Bären das Schicksal von Rambo und Luta ersparen konnten“, so Heli Dungler. „Sie werden von nun an das Leben führen können, das sie verdient haben. Es ist eine große logistische Herausforderung, innerhalb von 24 Stunden acht Bären zu retten. Unser Team hat in den letzten Tagen hervorragende Arbeit geleistet. Vor allem möchte ich mich auch bei den kosovarischen Behörden bedanken – wir haben die größtmögliche Unterstützung erhalten.“

Alle 13 Restaurant-Bären sind wohlauf und derzeit in den mehrere hundert Quadratmeter großen Eingewöhnungsgehegen untergebracht. Der Bau der großen Freigehege beginnt in Kürze, so dass den 13 Bären ab Oktober 2013 ein Lebensraum von mehreren Hektar zur Verfügung stehen wird.

BÄRENWALD Prishtina

© VIER PFOTEN / Mihai Vasile

Lange Jahre gab es im Kosovo keine Vorschriften für die Haltung von Braunbären. Alle privat gehaltenen Braunbären vegetierten bei Restaurants in kleinen Käfigen dahin und sollten Besucher anlocken.

Diesen Missstand hat VIER PFOTEN der Regierung schon vor über zehn Jahren aufgezeigt - endlich konnten wir nun alle Bären retten!

Verbot der privaten Bärenhaltung im Kosovo

Als im November 2010 im Kosovo endlich das Verbot der privaten Bärenhaltung in Kraft trat, haben wir sofort reagiert und der Regierung unsere Unterstützung bei der tiergerechten Unterbringung der "Restaurant-Bären" angeboten. Den Recherchen unserer Experten zufolge, wurden zu diesem Zeitpunkt 15 Braunbären unter miserablen Bedingungen im Kosovo gehalten.

Die Verhandlungen brachten schnell Erfolge: Ein Vertrag wurde geschlossen, der VIER PFOTEN exklusiv zusichert, als einzige Organisation im Kosovo Braunbären halten zu dürfen. Ferner garantiert eine Vereinbarung mit der Hauptstadt Prishtina uns die kostenfreie Nutzung eines rund 16 Hektar großen Waldstücks.

Die Bauarbeiten für ein Bärenhaus mit angrenzenden Außengehegen sind im vollen Gange und so gut wie fertig. In den kommenden Monaten werden weitere Großgehege mit Badeteichen und Winterhöhlen in Angriff genommen. Auch der Bau eines internationalen Tier- und Naturschutzzentrums ist geplant.

                           

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